Walter Kuhn

Kategorie Einzelpersonen

Preisträger: Walter Kuhn

Dankesrede

Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin  Strobl, sehr geehrte Frau Dr. Wilpert, meine Damen und Herren,

dass ich heute diesen Preis bekomme, macht mich stolz. Haben Sie vielen Dank dafür und für die freundlichen Worte der Würdigung meines Projektes.

Erfahren habe ich von dieser Ehrung schon am 6. Dezember letzten Jahres, einem denkwürdigen Datum, denn damals waren es genau 26 Jahre, dass ich zusammen mit meiner Frau und zwei Kerzen in der Hand am Straßenrand stand und mich einreihte in den stillen Protest gegen brennende Flüchtlingsheime und die aufkommende rechte Hetze gegen Menschen, die in ihrer Not bei uns in Deutschland Zuflucht suchten.

Dieses Ereignis hat mich für mein Leben geprägt, und ich wünschte mir, dass rechte Tendenzen in unserer Gesellschaft auch heute noch und überall genauso entschieden und intelligent wie damals in ihre Schranken verwiesen werden. Und ich wünsche mir auch, dass Solidarität zu den Schwachen hier in unserer Stadt genauso wie im globalen Maßstab eine ewige Verpflichtung für uns alle bleibt.

Dass ich heute hier im Rathaus diesen Preis bekomme, freut mich besonders, weil es zunächst ja gar nicht einfach war, die Stadtverwaltung von diesem Projekt zu überzeugen, und es war ein langer und für mich aufreibender Prozess, bis die Genehmigung dafür endlich vorlag.

Ich danke allen, die mir bei der Planung, der Durchsetzung und Durchführung geholfen haben, denn eigentlich ist das letztlich ein Gemeinschaftswerk unserer Stadtgesellschaft geworden.

Mehr als 180 Leute haben mit mir zusammen die Mohnblumen aufgestellt, die Blumen drei Wochen lang gepflegt, Besucher über das Projekt informiert, die tollen Texte für den Container ausgewählt und gelesen ….

und auch die Finanzierung war schließlich eine Solidaraktion, an der neben drei größeren Sponsoren und den BAs Maxvorstadt und Schwabing-West sowie dem Kulturreferat nicht zuletzt noch fast 500 Patinnen und Paten beteiligt waren.

Ganz besonders aber habe ich meinen Freunden von der Stiftung KOLIBRI zu danken, die mich zu diesem Projekt ermutigten und stets mit Rat und Tat zur Seiten standen.

Die Hälfte des Preisgeldes widme ich deshalb auch unserer Stiftung, die sich dafür einsetzt, Vorurteile, Diskriminierung und Rassismus in dieser Stadt zu überwinden.  Denn es ist wichtig, dass Leute, die das Schicksal zu uns verschlagen hat eine Chance zur Integration in unsere Gesellschaft bekommen.

Aber viel notwendiger ist es natürlich noch, Ursachen von  Flucht und Vertreibung in den Herkunftsländern zu bekämpfen.
Ich will deshalb die zweite Hälfte meines Preisgeldes an eine Organisation spenden, die in Afrika sehr effektiv Hilfe zur Selbsthilfe leistet.

Wer könnte das sein ??….

Für kurze Zeit habe ich da an unseren Entwicklungsminister Müller gedacht, nachdem dessen Etat bei den jüngsten Haushaltsverhandlungen wieder einmal zu kurz gekommen ist. Ich kann mich immer wieder aufregen über eine solch kurzsichtige Politik, besonders wenn der Rüstungsetat gleichzeitig wieder um weitere Milliarden angehoben werden und weiter von uns Waffen in alle Welt geliefert werden sollen.

….Aber dann habe ich es mir doch noch anders überlegt:

Jetzt widme ich die zweite Hälfte des Preises dem Entwicklungshilfeprojekt SOFIs World, das in Kenia Minikredite vergibt, mit denen kleine Biogas- und Solaranlagen finanziert werden und die so gleichzeitig auch einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Ein Gründungsmitglied dieser Organisation, Falko v. Schweinitz, ist anwesend und kann Ihnen dazu später mehr Informationen geben. Vielleicht finden Sie das ja so spannend, dass Sie dort auch selber helfen wollen.

Ebenso finden Sie Flyer von KOLIBRI im Foyer. Wir nehmen Sie gerne auch in eine Mailing-Liste auf, wenn Sie auf dem Laufenden über Benefizprogramme von KOLIBRI gehalten werden wollen.

Ich danke ihnen allen, dass Sie gekommen sind und wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.

www.niemalswieder.com

www.kolibri-stiftung.com

www.sofisworld.net