Klasse, Vielfalt!

„Die Kinder lernen Toleranz und Zuhören, Offenheit für anderes, weil sie sich mit ihren Mitschülern, zu denen sie einen Bezug haben, auseinandersetzen, ins Gespräch kommen und vielleicht besser verstehen, warum der eine so handelt und der andere so handelt oder so denkt.“

Dieses Zitat stammt von einer Lehrkraft, die wir im Rahmen unseres neuen Projekts „Klasse, Vielfalt!“ zum sog. Nutzen einer heterogenen Schule mit Kindern und Familien aus den unterschiedlichsten Herkunftsländern und einer Vielfalt an Sprachen und Religionen befragt haben.

Foto: Norma Mortenson via Pexels

Worum geht es?

Vielfaltskompetenzen sowie Sprachfähigkeiten sind heutzutage wichtige Voraussetzungen für Karrieren auf allen Ebenen. Je früher man einem Kind derartige Erfahrungen im Alltag ermöglicht, desto wahrscheinlicher ist es, dass es später problemlos in internationalen, diversen Teams bestehen kann. Und je früher ein Kind in Kontakt mit anderen Sprachen kommt, umso leichter fällt es ihm später, weitere Sprachen zu erlernen.

Dennoch entscheiden sich viele Eltern häufig gegen Schulen mit hohem Migrationsanteil. Sie tun dies, weil sie grundsätzlich immer nur das Beste für ihre Kinder wollen. Aber wie genau lässt sich die Qualität von Unterricht tatsächlich messen? Was ist eigentlich eine gute Schule? Eine 2012 erschienene Studie des Sachverständigenrates deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) fand folgendes heraus: Für viele Eltern, besonders aus der deutschen Mittelschicht, macht der Anteil an Schüler:innen mit Migrationsgeschichte den entscheidenden Unterschied, ob sie ihr Kind auf der ihnen zugewiesenen Schule, der Sprengelschule, anmelden oder einen Antrag stellen, die Schule zu wechseln.* Ähnliche Selektions- und Segregationsprozesse gibt es natürlich auch für weiterführende Schulen, aber bei Grundschulen sind sie besonders auffällig.

Gibt es in der aktuellen Debatte vielleicht bisher übersehene Vorteile von Schulen mit hohem Migrationshintergrund? Überwiegen die Chancen etwaige Risiken? Welche Rahmenbedingungen braucht es hierfür?

Diesen und vielen weiteren Fragen möchte Lichterkette e.V. zusammen mit der Stelle für interkulturelle Arbeit – Schule für Alle der Landeshauptstadt München und dem Lehrstuhl für Schulpädagogik der LMU München auf den Grund gehen, um Eltern, Kinder und Jugendliche bei einer möglichst vorurteilsfreien Schulwahl zu unterstützen, eventuell vorhandene Ängste zu mindern und Chancen des Besuchs einer Schule mit diverser Schülerschaft aufzuzeigen.

Das interessiert Sie? Sie möchten mitwirken?

Dann senden Sie uns gerne Ihre Meinung oder Ideen per Mail an nicole.flach@lichterkette.de

*Quelle: Segregation an Grundschulen: Der Einfluss der elterlichen Schulwahl – Eine Studie des Sachverständigenrates deutscher Stiftungen für Integration und Migration (https://www.svr-migration.de/wp-content/uploads/2014/11/Segregation_an_Grundschulen_SVR-FB_WEB.pdf))