1. Platz: “ALINA” von Fariba Buchheim

Jurybegründung: Hinter dem einfachen Titel „Alina“ verbirgt sich ein ganzes Universum. Dank der Offenheit der Hauptfigur dieses Filmes, können wir erleben, wie fast ein Jahrhundert europäische Geschichte sich auf den Einzelnen auswirkt. Die 94jährige Alina öffnet uns ihr Fotoalbum, ihr Herz und ihre Überzeugungen. Wir lernen eine mutige Frau kennen, die trotz schlimmer Erlebnisse den Glauben an das Gute nie verloren hat. Doch hat der Clip „Alina“ uns nicht nur wegen ihrer beeindruckenden Hauptfigur überzeugt, sondern auch wegen der ganz besonderen Machart. Der ruhige Rhythmus des Bilder, der gelassene Klang der gesprochenen Worte laden ein, der Geschichte von Alina zu lauschen. Die Kameraführung, die gleichzeitig Nähe schafft und dennoch der Hauptfigur dieser Kurzdokumentation Raum lässt, verleiht diesem Film eine gewisse Sogwirkung. Nähe und Distanz sind bei diesem Werk stilbildend. Das sehen wir auch an der Art und Weise, wie die Regisseurin Fariba Buchheim, die übrigens Alinas Enkelin ist, ihre Großmutter in Szene setzt: Mit liebevoller Nähe und respektvoller Distanz. Der Film fasst ein bewegtes Leben in stille und intensive Bilder, deren Botschaften nachhallen: er ermutigt und warnt eindringlich vor aktuellem Rassismus und Rechtsextremismus.

Herzlichen Glückwunsch!