PRO AUSBILDUNG zeigt Wirkung!

„Obwohl ich bald Prüfung habe, wollte ich mir einen Nebenjob suchen, weil meine Miet-und Fahrkosten so hoch sind, dass mir zum Leben nix bleibt.“

Situationen wie diese waren es, die uns vor knapp einem Jahr dazu bewogen haben, das Förderprogramm PRO AUSBILDUNG aufzusetzen. Ziel ist, jugendliche Geflüchtete finanziell zu unterstützen, damit sie sich auf ihre Ausbildung konzentrieren und sie auch abschließen können.

Wir freuen uns, dass aus dieser Idee nun wirkungsvolle Realität geworden ist!

Die Förderung wird den Jugendlichen als Zuschuss zum Lebensunterhalt oder als Sachleistungen wie Fahrkarten, Schulmaterial, PC, Mietkosten etc. gewährt und soll den Abschluss der Ausbildung sichern. Schon jetzt konnten wir 38 Stipendiaten an diesem Programm teilhaben lassen und es zeigen sich rasch positive Ergebnisse und somit auch Erfolgsgeschichten:

 

Mit hervorragendem Zeugnis Noten zur ersten Anstellung

Beeindruckende Noten hat D.W. bei seiner Abschlussprüfung als Industrieelektiker erreicht: In der Berufsschule erzielte er bei neun Fächern sieben Mal die Note gut, im IHK-Zeugnis wurden ihm zweimal „sehr gut“ und zweimal „befriedigend“ attestiert. Kein Wunder, dass sein Ausbildungsbetrieb dem sehr motivierten und ehrgeizigen jungen Mann gleich eine feste Stelle anbot und W. nun für seine kleine Familie sorgen kann.

W. kam 2012 als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling aus Eritrea. In kürzester Zeit erlernte er die deutsche Sprache und legte erfolgreich die Prüfung für den Qualifizierten Hauptschulabschluss ab. Um seine Existenz zu sichern, nahm er einen Minijob an und arbeitete bis spät abends im Lager einer Lebensmittelunternehmens. Darunter litten Konzentration und Lernfähigkeit. Durch die Unterstützung der Lichterkette e.V. konnte er den Minijob aufgeben und sich ganz auf die Prüfung konzentrieren. Das Ergebnis spricht für sich!

„Ich bin so glücklich, dass ich nicht mehr nebenbei jobben muss, das ist voll nett von den Leuten!“

 

Mit Fleiß und Motivation dem Traum näher kommen

Der junge Afghane H.A. hat es fast geschafft: Mit großem Lerneifer und Fleiß hat er seine zweijährige Ausbildung zum Verkäufer glänzend bestanden. Mit Hilfe des Programms PRO Ausbildung der Lichterkette e.V. kann er nun auch noch ein drittes Lehrjahr zum Einzelhandelskaufmann anschließen. H. ist schon sehr früh aus Afghanistan in den Iran geflohen und hatte dort neun Jahre lang die Schule besucht. In München machte er seinen Hauptschulabschluss in der SchlaUschule,  die ihm ein Praktikum im Einzelhandel vermittelte. In seiner Ausbildung ließ er sich von widrigen Umständen nicht abhalten – ein weiter Schulweg, kein Anspruch auf Leistungen des Jobcenters, die dauernde Angst vor der Abschiebung. Nun aber ist er seinem Traum ein Stück näher gekommen, einmal ein eigenes Restaurant zu führen.

„Seitdem ich die Unterstützung bekomme, mache ich mir keine Sorgen mehr, dass ich meine Miete nicht mehr zahlen kann. Ich kann wieder schlafen nachts.“  H. aus Afghanistan

 

Von der Altenpflegehelferin zur Krankenschwester

Bevor sich die 20jährige G.F. aus Afghanistan für den Beruf der Krankenschwester (Pflegefachkraft) entschied, lernte sie zunächst als Pflegehelferin die Grundlagen der Altenpflege. G. ist sehr ehrgeizig und nimmt zuverlässig die angebotenen Lernhilfen und Deutschkurs bei SchlaUzubi wahr. Sie wohnte zunächst noch zuhause und hatte einen weiten Weg sowohl zum Ausbildungsbetrieb als auch zu den in der SchlaUschule angebotenen Nachhilfestunden. BAFÖG- oder andere Leistungen aus öffentlichen Mitteln standen ihr nicht zu.

Ihr Ausbildungsbetrieb in Tutzing war so zufrieden mit ihren Leistungen, dass sie nach dem erfolgreichen Abschluss im Sommer 2016 nun einen Ausbildungsplatz als Pflegefachkraft erhielt. Aus dem Programm PRO Ausbildung der Lichterkette e.V. konnte ihre geringe Ausbildungsvergütung durch einen Zuschuss aufgestockt werden, so dass sie jetzt in einer Wohngemeinschaft näher am Krankenhaus wohnen kann und auch für den kommenden Schichtdienst besser gerüstet ist.

Diese Geschichten sind es, die uns dazu ermutigen, mit unserer Arbeit weiterzumachen. Wir freuen uns schon auf die nächsten Stipendiaten, die sich laufend bei uns bewerben können.