Schulsonderpreis

 

Foto: Marion Vogel

Jurybegründungen:

Grundschule an der Grafinger Straße

Die Grundschule liegt im Osten Münchens, im Stadtteil Berg am Laim West. Im Schulsprengel leben viele sozial schwache Familien. Derzeit besuchen 282 Schülerinnen und Schüler die Schule, davon haben 198 einen Migrationshintergrund. Der Schwerpunkt liegt deshalb auf der Förderung und Integration von Kindern mit sprachlichen Defiziten. Dafür hat die Schule eine Vielzahl unterschiedlicher Maßnahmen und Angebote entwickelt. So können Vorschulkinder aus drei benachbarten Kindergärten, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, den Vorkurs Deutsch besuchen. Bei der Schul-einschreibung haben die Eltern die Möglichkeit, ihre Kinder in einer gebundenen Ganztagsklasse anzumelden. Sport-, Theater-, Kunst- und Leseprojekte tragen zur Integration bei. Zahlreiche ehrenamtliche Helfer unterstützen einzelne Schülerinnen und Schüler aller Klassen individuell. Für Kinder aus Halbtagsklassen gibt es am Nachmittag zusätzliche Deutschförder- und Lese-Rechtschreib-Kurse. Alle Angebote tragen vorbildlich dazu bei, das Zusammengehörigkeitsgefühl der Kinder aus vielen Nationen zu stärken und einen besseren Umgang miteinander zu erreichen. Die Förderung der interkulturellen Schulgemeinschaft ist ebenfalls Ziel des neuen Konzeptes „sozialwirksame Schule“, das verstärkt die Eltern mit einbezieht.

www.grafini.musin.de

Mittelschule an der Schrobenhausener Straße

Die kulturelle Öffnung der Schule und die Gestaltung von Vielfalt auf klein(st)em Raum – das schafft die Mittelschule in Laim. In Zusammenarbeit mit dem Kooperationspartner – der Initiativgruppe e. V. – ist es in den vergangenen 10 Jahren gelungen vielzählige Unterstützerinnen und Unterstützer ins Haus zu holen und nachhaltig in das Schulleben zu integrieren. Nicht nur Geldgeber wie Lions- und Rotary-Club und verschiedene Stiftungen sind Partner der Mittelschule, sondern auch die Arbeitsagentur mit ihrer Berufsberaterin, ehrenamtliche Jobmentoren, Jugendsozialarbeit, Referenten vom Jugendmigrationsdienst und ehrenamtliche Bürgerinnen und Bürger aus dem Stadtteil. 60 der insgesamt 240 Schülerinnen und Schüler haben einen Platz in der Offenen Ganztagsschule, die in Kooperation mit der IG Feuerwache betrieben wird. Hier treffen sich ab Unterrichtsende bis 16 Uhr Schülerinnen und Schüler aus 17 verschiedenen Herkunftsländern, um zusammen Deutsch zu lernen, Hausaufgaben zu machen und zu spielen. Seit Jahren führt die Schule zwei Übergangsklassen, wo es neben dem traditionellen Unterricht viel um das Eingewöhnen in die neue Umgebung und das Erleben und Kennenlernen der Gepflogenheiten des neuen Landes geht. Stolz ist die Schule auf das REMIX-Café im Herzen des Schulgebäudes, das täglich von bis zu 40 Schülerinnen und Schülern besucht wird und auf ihre erfolgreiche Mädchenfußballmannschaft, die mit ihrem interkulturellen Team bereits zwei Pokale für die Schule geholt hat.

Sonderpädagogisches Förderzentrum München Mitte 1

Das Förderzentrum an der Dachauer Straße 98 und Nadistraße 3 betreut zur Zeit 243 Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf in den Bereichen Sprache, Lernen und Verhalten . Die multikulturelle Schule will den Schülern Fähigkeiten vermitteln und ihnen alles geben, was sie brauchen, um sich zu entwickeln und in die Regelschule zu wechseln. Eine gute Möglichkeit, Kindern mit Migrationshintergrund Zugang zu Bildung zu verschaffen, leistet die Ganztagsbetreuung in offenen und gebundenen Klassen bzw. Gruppen. Eine Vielzahl von Angeboten trägt dazu bei, Leistung und soziale Kompetenzen zu fördern. Sie reichen von Sprachförderung und Berufsvorbereitung über intensive Elternarbeit bis zu Projekten zum sozialen Lernen. Dem Förderzentrum gelingt es, jedes Schuljahr eine hohe Anzahl von Schülerinnen und Schülern in die Regelschule zurückzuführen. Von dieser präventiven Arbeit profitieren gerade Kinder mit Migrationshintergrund. Der Erfolg ist darauf zurückzuführen, dass die Maßnahmen für diese Schüler nicht aneinandergereiht werden, sondern der gesamte Schulalltag sich an ihren Bedürfnissen und Fähigkeiten orientiert. So sind sie in der Lage, den Hauptschulabschluss zu erwerben und in die Berufsausbildung einzusteigen. Gleichzeitig wird das mobile Angebot zur Förderung von Kindern mit Förderbedarf an der Regelschule kontinuierlich erweitert. Das Förderzentrum leistet den Kolleginnen und Kollegen Hilfe bei der Sprachförderung und der Begleitung von auffällig gewordenen Schülern, richtet Kooperationsklassen ein und unterhält  Beratungsstellen für Lese- und Rechtschreibprobleme und Rechenschwäche. Alle mobilen Unterstützungen und Maßnahmen tragen dazu bei, dass gerade Kinder mit Migrationshintergrund rechtzeitig gezielt gefördert werden und an der Regelschule verbleiben können.

http://www.sfz-muenchen-mitte1.musin.de/

Der Schulsonderpreis ist mit jeweils 1.000.- Euro dotiert.