ISuS-Schule – Integration durch Sofortbeschulung und Stabilisierung

Jurybegründung

Anlass zur Schulgründung war ein eher bedrückender Anlass: In der Erstaufnahme-einrichtung in der Bayernkaserne traten 2012 knapp 50 junge Flüchtlinge in den Hungerstreik, um gegen die menschenunwürdige Unterbringung, aber auch gegen den mangelnden Zugang zu Bildungsangeboten zu demonstrieren. Grund genug für Michael Stenger, Gründer der SchlaU-Schule, das Schulprojekt ISuS ins Leben zu rufen. Die Abkürzung steht für Integration durch Sofortbeschulung und Stabilisierung. Seit dem Schuljahr 2012/2013 können die jungen Flüchtlinge aus der Bayernkaserne, die ohne Eltern nach Deutschland kamen, ihrem tristen Alltag entfliehen und lernen: Deutsch, Mathematik, Erdkunde und Ethik, aber auch Orientierung in Deutschland, Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau sowie Konfliktmanagement. Derzeit werden 80 Schüler von sechs Lehrkräften unterrichtet.

Schon nach dem ersten Schuljahr war festzustellen, dass die ehemals verschüchterten Schüler selbstbewusster und psychisch stabiler in die Zukunft blickten und sich gut in Deutsch ausdrücken konnten. Alle wurden an weiterführende Schulen oder Maßnahmen vermittelt, die meisten wechselten an die SchlaU-Schule. Aus der Sicht der Jury trägt ISuS wesentlich dazu bei, dass die jungen Flüchtlinge nicht ausgegrenzt werden, sondern aktiv an der Gesellschaft teilnehmen und sie bereichern können. Deshalb ist es kein Wunder, wenn die Lehrkräfte begeistert berichten, wie aus Schülern mit anfangs hängenden Köpfen nach wenigen Monaten sprechende, strahlende junge Menschen werden.

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