Gebt Asylsuchenden endlich Sicherheit

Die Polizei hat am Sonntagmorgen das Camp der Hungerstreikenden am Münchner Rindermarkt aufgelöst. Die Lichterkette e.V. erkennt das Bemühen aller Verantwortlichen an, Todesfälle zu verhindern und dankt all jenen, deren Besonnenheit eine weitere Eskalation verhindert hat. Wir wünschen allen Teilnehmern, dass sie bald gesund werden. Eine Polizeiaktion erstezt jedoch nicht den Wandel in der bayerischen Asylpolitik, der nun absolut dringend ist. Menschen, die aus anderen Teilen der Welt hierher fliehen, stellen mit Recht den Anspruch, als Individuen ernst genommen zu werden. Wir rufen Bürger, Behörden und Politiker dazu auf, ihnen endlich hier das Gefühl der Sicherheit zu geben, das ihnen in ihren Herkunftsländern verwehrt wurde.
Die Lichterkette e.V. weist seit ihren Anfängen vor zwanzig Jahren immer wieder auf gravierende Fehler in der Asylpolitik und die oft unerträgliche Lage der Flüchtlinge hin. In letzter Zeit haben sich die Bedingungen in Bayern erneut verschlechtert. Das Leben in dne Massenunterkünften ist unzumutbar, die Bearbeitung der Asylanträge dauert viel zu lange, traumatisierte Flüchtlinge können nur unzureichend betreut werden, Residenzpflicht und Arbeitsverbot verschärfen die Lage zusätzlich. Auf diese Situation haben in München 95 Flüchtlinge mit ihrem Hungerstreik aufmerksam gemacht.