Erste Geberkonferenz für Flüchtlinge in München

Am 23. Juni 2015 folgten rund 80 Vertreter von Unternehmen, Stiftungen und Serviceclub der Einladung zur ersten Geberkonferenz für Flüchtlinge in München unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Dieter Reiter. Sie nutzten die Möglichkeit, sich kompakt und aus erster Hand über die Situation von Flüchtlingen in München und über konkrete Möglichkeiten für eigenes Engagement zu informieren.

 

Gemeinsam mit der Castringius Kinder & Jugend Stiftung, der Stiftung Otto Eckart sowie dem Sozialreferat der Landeshauptstadt München organisierte die Lichterkette e.V. die erste Geberkonferenz für Flüchtlinge in München, die vom Sozialen Netzwerk München SoNet e.V. finanziert wurde. Am Ende des Abends gab es zufriedene Gesichter auf allen Seiten:  Die Gastgeber freuten sich über Spendenzusagen in Höhe von rund EUR 25.000, über Absichtserklärungen für Zeit- und Sachspenden oder direkte Unterstützung eines Projektes. Darüber hinaus wurden zahlreiche Kontakte angebahnt, andere fanden einen ersten Zugang zur Flüchtlingshilfe in München, nahmen fundierte Anregungen für ihr zukünftiges Engagement mit nach Hause und versprachen „dran zu bleiben.“

 

Eröffnungsvorträge und Tischgespräche

 

Die Geberkonferenz wurde mit einer Rede von Heribert Prantl, Süddeutsche Zeitung, eröffnet. Er forderte seine Zuhörer auf,

„zerreißt den Mantel der Gleichgültigkeit … Wenn jeder wartet, bis der andere anfängt, wird keiner anfangen.“

Jeder und Jede müsse für sich nachdenken, was er und was sie heute sage und wozu es ihn und sie verpflichtete.  Ihm folgte die Sozialreferentin Brigitte Meier. Sie schilderte eindrucksvoll, wie zwar in Detailfragen oft der Amtsschimmel zuschlägt, es der Verwaltung aber noch öfter gelingt, pragmatisch und kreativ zu helfen; stark beeindrucke sie auch das Engagement der Münchnerinnen und Münchner. Jürgen Soyer, Geschäftsführer von Refugio München ließ die Gäste der Geberkonferenz an seinen tagtäglichen Erfahrungen in der Flüchtlingsarbeit teilhaben.

 

Herzstück des Abends waren die Tischgespräche: Je acht Gäste fanden sich an zehn Thementischen zusammen; zur Wahl standen: Ankommen, Gesundheit, Bildung/Ausbildung, Arbeit finden, Wohnen, Kultur/Sport und Unbegleitete Jugendliche. Diese Tische wurden jeweils von einem Moderator/in und einer Expertin/einem Experten betreut; unter ihnen Karin Majewski, Geschäftsführerin des Paritätischen Wohlfahrtsverbands; Goran Ekmescic, VHS München, Fachbereich Deutsch, Migration und Integration;  Willi Dräxler, Migrationsbeauftragter der Caritas und Integrationsreferent sowie Astrid Blaschke, Amt für Wohnen und Migration/Interkulturelle Arbeit der Landeshauptstadt.

 

Für diese Gespräche standen insgesamt rund 90 Minuten zur Verfügung, die rege genutzt wurden.

„Man hatte den Eindruck, die Leute hätten nur auf einen solchen Abend gewartet. Es war lebendig, informativ und persönlich. Ich habe endlich fundierte Antworten bekommen und nehme viele Anregungen mit nach Hause. Aber wir brauchen jetzt noch ein bisschen Zeit für unsere Entscheidung.“

So fasste eine Teilnehmerin die Geberkonferenz aus ihrer Sicht zusammen und fand dafür auch die Zustimmung anderer Gäste.

Die gesamte Rede von Herrn Prantl finden Sie hier zum Download.